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Vorsorge

Ist die Schwangerschaft festgestellt, stehen der Frau normalerweise 12 Vorsorgeuntersuchungen bei einem Arzt/einer Ärztin oder bei einer Hebamme zur Verfügung.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im Mutterpass vermerkt. Den Mutterpass sollten Frauen während der Schwangerschaft bei sich tragen; erleidet z.B. die Frau einen Unfall, so enthält der Mutterpass für jeden behandelnden Arzt wichtige Informationen, auch in Bezug auf die Wahl der Medikamente etc...

Die Vorsorge umfasst 12 Routinekontrollen, dabei werden

Die Untersuchungen werden in der ärztlichen Praxis durchgeführt. Sie können sich aber auch während der Schwangerschaft von der Hebamme betreuen lassen.

Die Betreuung durch die Hebamme kann sich mit der/des Gynäkologen/in auch abwechseln.

Ultraschall

Nach den Muterschaftsvorschriften sind drei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft vorgesehen:

8.-10. Woche: Aus der Größe des Embryos errechnet der Arzt die Schwangerschaftswoche und den Geburtstermin. In dieser Zeit wird der vaginale Ultraschall angewandt. Hiermit kann auch eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen werden.

18.-22. Woche: Hier wird nachgeschaut, ob sich das Kind normal entwickelt und ob Mehrlinge unterwegs sind. Ab der 14. Schwangerschaftswoche wendet der Arzt/die Ärztin den Ultraschall über der Bauchdecke an.

28.-32. Woche: Hier werden Aussagen über die inneren Organe und über die Menge des Fruchtwassers gemacht.

Art des Verfahrens - Was geschieht beim Ultraschall?

Beim Ultraschall werden Schallwellen auf die Gebärmutter und den Embryo ausgesandt. Je nach Dichte des Gewebes werden verschiedene Echos reflektiert, die wiederum in ein Bild umgesetzt werden.

Gibt es Risiken und Nachteile ?

Ein echtes Risiko für das Kind durch den Ultraschall konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht nachgewiesen werden. Zwar weisen einige Fachleute darauf hin, dass durch die Wärmeentwicklung der Fötus beeinträchtigt werden könnte. Von daher sollten in den ersten Schwangerschaftswochen nicht unnötig Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.

Ergebnisse und Diagnosen

Ultraschalluntersuchungen geben Hinweise auf die Reife des Ungeborenen und seine Organfunktionen, auf äußere Fehlbildungen sowie Fehlbildungen der Organe und auf Chromosomenabweichungen( z.B. sog. Nackenpolster als Hinweis auf ein Down-Syndrom in der 11. SSW). Die Lage des Ungeborenen und die der Placenta kann sehr genau bestimmt werden.

Mit dem sogenannten "Doppler - Ultraschall" können die Strömungsgeschwindigkeiten in den Gefäßen der Mutter und des Ungeborenen errechnet werden:

Wieviel Blut fließt (und damit Nährstoffe und Sauerstoff). Arbeitet das Herz normal, sind die Kammern geschlossen? Ist das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt? Arbeiten die Nieren des Ungeborenen?

Triple Test

Der Triple Test wird in der 16. – 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Es handelt sich bei diesem Verfahren lediglich um einen Suchtest und nicht um ein Diagnoseverfahren. Untersucht wird die AFP Konzentration im Blut. AFP ist die Abkürzung für das Eiweiß Alpha- Fetoprotein, das nur vom Fetus bzw. dem fetalen Dottersack produziert werden kann.

Eine zu hohe Konzentration könnte auf einen Neuralrohrdefekt wie die Spina bifida hinweisen, genauso gut auf eine Mehrlingsschwangerschaft oder darauf, dass die Schwangerschaft bereits weiter fortgeschritten ist.

Ein zu niedriger Wert könnte auf das Vorliegen des Down- Syndroms oder einer anderen Chromosomenveränderung hinweisen.

Der AFP Test selbst ist völlig ungefährlich. Allerdings können durch ein falsch positives Ergebnis -in Wirklichkeit ist alles in Ordnung- Mutter und Kind unnötigerweise dem Risiko eines invasiven Verfahrens ausgesetzt werden.

Deshalb sollte auf jeden Fall der Test noch einmal wiederholt werden.

Frauen ab 35 Jahren haben fast immer auffällige Werte, da ihr Alter als Risikowert in die Berechnung eingeht.

Sie sind als werdende Mutter nicht verpflichtet, den Test durchführen zu lassen, auch wenn dies von machen Ärztinnen so dargestellt wird.

Blutgruppenuntersuchung/ Rhesusfaktor

Wenn der Vater und das Kind Rhesus - positiv sind, der Mutter dagegen dieses spezielle Blutgruppenmerkmal fehlt, kann das Kind eine Rhesus- Krankheit entwickeln. (15% der europäischen Bevölkerung sind Rhesus- negativ,85% Rh- positiv ). Probleme entstehen normalerweise erst bei der zweiten Schwangerschaft oder später. Das erste Kind ist nur dann gefährdet, wenn die Mutter früher einen Schwangerschaftsabbruch oder eine Fehlgeburt hatte und kein Anti – D- Globulin gespritzt wurde.

Untersuchung möglicher Infektionen

Literaturhinweise:

Die oben genannten Informationen sind den folgenden Medien entnommen:

"Schwanger sein – ein Risiko?" Netzwerk GEGEN SELEKTION DURCH PRÄNATALDIAGNOSTIK, Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte, Brehmstr. 5-7, 40239 Düsseldorf

Zeitschrift "ELTERN" Sonderausgabe Arzt & Schwangerschaft, kostenlos zum Mitnehmen

"Der große Gesundheitsratgeber für Frauen" Mosaik Verlag GmbH München 1997