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Zwei Methoden des Schwangerschaftsabbruches in der Arztpraxis

Ärztliche Beratung bei Schwangerschaftskonflikten berücksichtigt biologische, medizinische und psychosoziale Probleme, Risiken und Auswirkungen, die bei Fortsetzung einer ungewollten Schwangerschaft auf die Frau zukommen können. Dabei wird die Situation der Schwangeren vor, während und nach dem Schwangerschaftsabbruch reflektiert. Lassen Sie sich beim Arzt oder in der Beratungsstelle über die verschiedenen Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruches aufklären und wählen Sie eine Methode aus, die Ihren Wünschen am ehesten entspricht. Es gibt einmal den sog. instrumentellen Eingriff und seit kurzer Zeit auch den Abbruch mit der sog. Abtreibungspille Mifegyne.

 

Der instrumentelle Eingriff

Das Komplikationsrisiko bei einem legalen, unter optimalen medizinischen Bedingungen durchgeführten Abbruch in der sechsten bis zehnten Schwangerschaftswoche liegt bei der Absaugmethode zwischen 3 und 7 Prozent. Komplikationen können sein: Blutungen, Entzündungen und kleine Einrisse am Muttermund. Der Anteil schwerer Komplikationen mit Gebärmutterverletzungen liegt bei 0,1 bis 0,2 Prozent. Dabei spielt die Erfahrung der Operierenden eine wichtige Rolle.

Die aufgezeigten Risiken steigen vor der sechsten und nach der zehnten Schwangerschaftswoche. Spätkomplikationen werden in der wissenschaftlichen Literatur äußerst widersprüchlich beschrieben.

Depressionen und Komplikationen bei späteren Schwangerschaften oder Unfruchtbarkeit werden von einigen Untersuchungen mehr, von anderen dagegen weniger als bei Frauen ohne Schwangerschaftsabbruch ausgewiesen.

In den Beratungsstellen der Arbeiterwohlfahrt kommt der umfassenden medizinischen Beratung ein hoher Stellenwert zu. Die soziale, körperliche und psychische Belastung, die ein Schwangerschaftsabbruch für die Frau in ihrer individuellen Lebenssituation bringen kann, findet dabei Berücksichtigung.

Die Ratsuchende muss sich in Kenntnis der medizinischen Risiken, die auch bei Fortsetzung einer Schwangerschaft, bei Geburt und Wochenbett möglich sind, eigenverantwortlich entscheiden können.

Im Allgemeinen wird der Arzt/die Ärztin entweder am Tag des Abbruchs oder vorher eine gynäkologische Untersuchung machen. In der Regel können Sie wählen, ob der Abbruch mit örtlicher Betäubung oder mit einer Vollnarkose vorgenommen werden soll.

Bei der örtlichen Betäubung bekommen Sie meist ein Schmerz- und Beruhigungsmittel. Danach wird ein Betäubungsmittel an den Muttermund gespritzt. Dies ist gar nicht oder meistens wenig schmerzhaft.

Der Gebärmutterhalskanal wird mit Metallstäbchen erweitert. Mit einem schmalen Plastikröhrchen wird das Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter abgesaugt. Der Eingriff dauert 5 - 10 Minuten. Er kann ziehende Schmerzen verursachen, die dem Beginn einer heftigen Regelblutung entsprechen.

Bei der Vollnarkose erleben Sie den Eingriff nicht bewusst mit. Etwa zwei Stunden nach der Narkose sind die unmittelbaren Folgen (Schläfrigkeit, Kreislaufstörungen) weitgehend abgeklungen. Nach dem Abbruch unter Vollnarkose können die Blutungen etwas stärker sein und länger anhalten, ansonsten ist der Verlauf vergleichbar.

Nach dem Eingriff müssen Sie sich beim Arzt einige Zeit ausruhen. Das kann zwischen einer und mehreren Stunden sein. Sie werden selbst merken, wann es Ihnen wieder so gut geht, dass Sie aufstehen können. Nach einem abschließenden Gespräch mit dem Arzt/ der Ärtin (er/sie wird evtl. auch Medikamente verschreiben), können Sie sich wieder nach Hause fahren lassen.

 

Schwangerschaftsabbruch durch das Medikament Mifegyne - Kurzinformation:

Seit Dezember 1999 ist es in der BRD möglich mit der Abtreibungspille "Mifegyne" eine Schwangerschaftsunterbrechung durchführen zu lassen.

 

Mifegyne: sog. "Abtreibungspille"

Wirkstoff: Mifepriston (Tabletten)

Anwendung: Schwangerschaftsunterbrechung in der Frühphase der Schwangerschaft, d.h. bis zum 63 Tag der Gravidität (Schwangerschaft) - berechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutung.

Wirkungsweise: Ein befruchtetes Ei kann sich in der Gebärmutter nicht einnisten, ein eingenistetes Ei stirbt ab,dies innerhalb von 48 Stunden.

Folgen: Die Weiterentwicklung der Schwangerschaft wird verhindert und die Gebärmutter wird auf die Ausstoßung, die unter Mitwirkung der nachfolgenden Prostaglandingabe erfolgen wird, vorbereitet. Von jetzt an ist der Abbruch begonnen. In seltenen Fällen kommt es schon nach Einnahme von Mifepriston zu einem Abort. In der Regel aber muss zwei Tage nach der Einnahme von Mifegyne das prostaglandinhaltige Präparat eingenommen werden.

4 - 6 Stunden später erfolgt meistens ein Abort, die Gebärmutter stößt die Schleimhaut und die abgestorbene Eizelle ab. Es ist nach 8-10 Tagen unbedingt eine Kontrolle inklusive gynäkologischer Untersuchung nötig, denn erst dann kann sicher festgestellt werden, ob die Schwangerschaft komplett beendet wurde.

Bei nicht vollständiger Ausstoßung muß eine Ausschabung der Gebärmutter erfolgen.

Risiken und Wirkungen:

Mögliche körperliche Nebenwirkungen:

Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Unterbauchschmerzen, Kreislaufbelastungen.

Nicht anwendbar bei:

Frauen ab dem Alter von 35 Jahren, insbesondere bei Frauen die stark rauchen, an Asthma bronchiale oder einer Allergie gegen Mifepriston leiden, sowie bei vorliegender Epilepsie, Hypertonie, ernsten Magen,- Darm,- Leberstörungen oder Nierenstörungen.

Abgabe/Kosten:

Mifegyne wird nur direkt an Ärzte abgegeben.

Die Kosten entsprechen in etwa denen, des operativen Eingriffs. Vor dem Abbruch sollten die entstehenden Kosten beim Arzt nachgefragt werden. Frauen, die eine Kostenübernahmebescheinigung für den Eingriff durch die Krankenkasse haben sind von Zuzahlungen befreit.

Wo wird diese Methode angewandt?

Die Beratungsstellen und GynäkologInnen vor Ort nennen Ihnen Ärzte und Kliniken, die auch mit dieser Methode Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

Die Vorteile dieser Methode:

Die Nachteile:

Denkanstoss:

Jede Frau sollte in Ruhe entscheiden, welche Methode des Eingriffs ihr am nächsten ist.